Gibt es ein Ziel?
Umfassende Genomprofilierung — von der fokussierten Treiberanalyse bis zum breiten Panel.
Es kommen mehr zielgerichtete Substanzen auf den Markt, als sich einzeln abfragen lassen. Wer einen Marker nach dem anderen testet, verbraucht Material und Zeit. Beides ist knapp, gerade bei kleinen Biopsien und fortgeschrittener Erkrankung.
Ein umfassendes Panel klärt das in einem Durchgang: Punktmutationen, Insertionen und Deletionen, Kopienzahlveränderungen und Fusionen, aus DNA und RNA. Dazu die genomischen Signaturen, die inzwischen selbst über die Therapie entscheiden — homologe Rekombinationsdefizienz, Tumormutationslast, Mikrosatelliteninstabilität.
Nicht jede Frage rechtfertigt das große Panel. Steht eine bestimmte Substanz zur Debatte, ist die gezielte Analyse schneller und schont das Material. Welche Stufe die richtige ist, hängt an der klinischen Situation — und daran, wie viel Gewebe zur Verfügung steht.
Ein Anhaltspunkt, keine abschließende Liste. Was im Einzelfall sinnvoll ist, hängt an Stadium, Vortherapie und Leitlinie.
| Entität | Typische Zielstrukturen |
|---|---|
| Lunge (NSCLC) | EGFR, ALK, ROS1, BRAF, KRAS (u. a. G12C), RET, MET, NTRK |
| Kolorektal | RAS (KRAS/NRAS), BRAF, MSI/MMR, HER2 |
| Magen, ösophagogastral | HER2, MSI/MMR, PD-L1, CLDN18.2 |
| Melanom | BRAF, NRAS, KIT |
| Urothel | FGFR3 (Hotspots und Fusionen) |
| Mamma | ESR1, PIK3CA, HER2, BRCA / HRD |
| Ovar | BRCA1/2, HRD |
| Prostata | BRCA1/2, HRR-Gene, MSI/MMR, PTEN-Verlust |
| Endometrium | POLE, MMR/MSI, p53 |
| GIST | KIT, PDGFRA |
| Schilddrüse | BRAF, RET, NTRK |
| Pankreas, Gallenwege | KRAS, BRCA, bei Cholangiokarzinom FGFR2 |
| Gliom, Glioblastom | IDH1/2, MGMT-Promotor, 1p/19q |
| Tumoragnostisch | NTRK-Fusionen, HER2 IHC 3+, RET-Fusionen, MSI-high, TMB-high |
| CUP, seltene Entitäten | breites bis umfassendes Panel |
Für jede dieser Entitäten wählen wir den Weg nach der Frage: ein gezielter Einzelmarker, wenn er die Entscheidung trägt, sonst ein Panel der passenden Stufe. Whole-Exome- oder Whole-Genome-Sequenzierung führen wir nicht durch — unsere Panels sind kuratiert, nicht grenzenlos. Die tumoragnostischen Marker sind bei den häufigen Entitäten meist bereits entitätsspezifisch zugelassen; in Europa besitzen NTRK-Fusionen und HER2 IHC 3+ eine eigene tumoragnostische Zulassung, für die übrigen ist die Anwendung außerhalb der gelisteten Entitäten in der Regel ein Einzelfall. Der Blick darauf lohnt bei jedem fortgeschrittenen Tumor, dessen entitätsspezifische Optionen erschöpft sind.
Das Feld bewegt sich schnell, und was heute prognostisch ist, wird morgen therapierelevant. Der PTEN-Verlust beim Prostatakarzinom ist ein Beispiel: lange ein Prognosemarker, inzwischen Ziel einer zugelassenen Therapie. Für solche Fragen sind wir auf beiden Ebenen eingerichtet — immunhistochemisch am Gewebe wie molekular an der DNA — und oft ist die Kombination aussagekräftiger als ein Weg allein. Wenn Sie ein aufkommendes Ziel abklären möchten, das hier nicht steht, fragen Sie uns; meist lässt es sich am vorhandenen Material klären.
Die gezielte Analyse reicht, wenn die Frage klar umrissen ist: eine bestimmte Substanz, ein bekannter Treiber, eine Zulassung, die den Nachweis verlangt.
Das große Panel lohnt sich, wenn die Frage offen ist. Bei fortgeschrittener Erkrankung, wenn der Standard ausgereizt ist. Bei seltenen Entitäten. Beim CUP-Syndrom. Oder wenn HRD, TMB oder MSI in die Entscheidung einfließen sollen.
An der Technik scheitert selten etwas. Kritisch ist vor allem die Menge: Das Material muss reichen, und was zu knapp ist, lässt sich hinterher nicht mehr gewinnen. Sprechen Sie uns vor der Einsendung an, wenn Knochen oder verkalktes Gewebe im Spiel ist — dann klären wir die Entkalkung vorab.
Welche Stufe für welchen Fall?
Klären wir am besten im Gespräch. Wenn das kleinere Panel ausreicht, sagen wir Ihnen das.