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Solide Tumoren · gezielt

Einzelgendiagnostik

Nicht jede Frage braucht ein Panel. Wenn ein einzelner Marker die Therapieentscheidung trägt, ist die gezielte Untersuchung schneller und schont das Material.

gezielt materialsparend aus Gewebe und teils Plasma
Wann ein einzelner Marker reicht
Die Einzelmarker im Überblick Eine Helix mit den angebotenen Einzelmarkern: RAS, BRAF, ESR1, PIK3CA, FGFR3, POLE und MSI.

Ein umfassendes Panel ist nicht immer der richtige Weg. Steht eine bestimmte Substanz zur Debatte, fordert eine Zulassung den Nachweis einer definierten Alteration, oder ist die klinische Frage eng umrissen, dann ist die gezielte Einzeluntersuchung oft die bessere Wahl: schneller im Befund, sparsamer mit dem Gewebe, und ohne die Nebenbefunde, die ein breites Panel zwangsläufig mitliefert.

Wir bieten die Einzelmarker an, die therapie- oder klassifikationsrelevant sind. Welcher Weg im konkreten Fall passt — ein Einzelmarker oder doch das Panel —, klären wir mit Ihnen. Manchmal ist die ehrliche Antwort, dass ein Marker heute nicht mehr reicht und das Panel dem Patienten mehr bringt.

Prädiktive Marker
RAS — kolorektales Karzinom
KRAS und NRAS entscheiden über den Einsatz von Anti-EGFR-Antikörpern: Bei mutiertem RAS wirken sie nicht. Wir bestimmen den RAS-Status per qPCR; für die genaue Aufschlüsselung der G12-Varianten setzen wir digitale PCR ein.
qPCR · G12 per dPCR · G12 auch aus Plasma
BRAF — Melanom und weitere
V600 beim Melanom als Ziel für BRAF-Inhibitoren, beim kolorektalen Karzinom prognostisch und therapierelevant. Nachweis per digitaler PCR.
dPCR · auch aus Plasma
ESR1 — Mammakarzinom
Resistenzmutation unter Aromatasehemmer, adressierbar mit einem selektiven Estrogenrezeptor-Degrader. Digitale PCR, aus Gewebe oder Plasma.
dPCR · auch aus Plasma
PIK3CA — Mammakarzinom
Therapieziel beim ER-positiven, HER2-negativen fortgeschrittenen Mammakarzinom. Digitale PCR, aus Gewebe oder Plasma.
dPCR · auch aus Plasma
FGFR3 — Urothelkarzinom
Prädiktiv für den FGFR-Inhibitor Erdafitinib beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom; in der THOR-Studie verlängerte er das mediane Überleben gegenüber Chemotherapie deutlich. Wir bestimmen per digitaler PCR sowohl die Hotspot-Mutationen als auch die relevanten Fusionen.
dPCR · Hotspots und bekannte Fusionen
MSI — Mikrosatelliteninstabilität
Marker für einen Mismatch-Repair-Defekt, mit Folgen für Immuntherapie, Prognose und die Frage nach einem Lynch-Syndrom. Nachweis über Fragmentlängenanalyse.
Fragmentlängenanalyse

Prognostische und klassifizierende Marker

POLE — Endometriumkarzinom. Eine POLE-Mutation in der Exonuklease-Domäne kennzeichnet die ultramutierte, prognostisch exzellente Gruppe der molekularen Endometriumkarzinom-Klassifikation. Sie ist einer der vier Marker, die diese Tumoren in POLEmut, MMR-defizient, p53-abnorm und unspezifisch molekular (NSMP) einteilen — mit unmittelbaren Folgen für die Frage, wie intensiv adjuvant behandelt wird.

MLH1- und MGMT-Promotor. Die MLH1-Promotor-Methylierung grenzt beim MMR-Defekt das sporadische Geschehen vom Lynch-Syndrom ab. Die MGMT-Promotor-Methylierung ist beim Glioblastom prädiktiv für das Ansprechen auf Temozolomid. Komplexere Methylierungsanalysen, etwa zur ZNS-Tumorklassifikation, bieten wir nicht.

Die Wahl der Methode richtet sich nach dem Marker. Punktmutationen, Hotspots und die definierten FGFR3-Fusionen weisen wir per digitaler oder quantitativer PCR nach — empfindlich, schnell und materialsparend. Mikrosatelliteninstabilität läuft über die Fragmentlängenanalyse, POLE über die Sequenzierung, die Promotor-Methylierungen nach Bisulfit-Konvertierung per qPCR. Für mehrere prädiktive Marker bieten wir den Nachweis zusätzlich aus dem Plasma an, wo eine erneute Gewebeentnahme nicht praktikabel ist.

Für alle Einzelmarker genügt in Paraffin eingebettetes Gewebe, als Block oder als Schnitte. Die meisten Untersuchungen sind in fünf Werktagen befundet; die POLE-Sequenzierung braucht fünf bis zehn. Alle Zeiten gelten ab Eingang bei uns.

Aus Gewebe weisen wir Varianten ab einem Anteil von fünf Prozent nach. Diese Schwelle ist bewusst gewählt und nicht nur eine Frage der Empfindlichkeit: Am Schneidebrett lässt sich eine Verschleppung geringster Mengen fremder DNA nie vollständig ausschließen, die Pathologie ist kein steriler Ort. Eine Schwelle, die nicht bis an die technische Grenze getrieben wird, schützt vor genau der Fehlinterpretation, die ein zu tief angesetzter Nachweis erzeugen würde. Aus dem Plasma, wo der mutierte Anteil naturgemäß kleiner ist, liegt die validierte Grenze bei 0,1 Prozent.

Der Befund

Der Befund wird auf Englisch ausgestellt und von einem Facharzt für Pathologie unterschrieben. Er nennt die untersuchte Alteration, das Ergebnis und die klinische Einordnung.

Ein Hinweis, den wir offen geben: Ein negativer Einzelmarker schließt andere therapierelevante Alterationen nicht aus. Wenn die Frage breiter ist als ein Gen, ist das Panel der ehrlichere Weg — und wir sagen es Ihnen, statt einen Einzeltest nach dem anderen zu berichten.

Bearbeitungszeit
5 Werktage
ab Eingang · POLE 5 bis 10 Werktage
Akkreditierung
DAkkS · ISO 17020
Belege
  • Loriot Y, et al. Erdafitinib or Chemotherapy in Advanced or Metastatic Urothelial Carcinoma. N Engl J Med. 2023;389(21):1961-71. PMID 37870920

Einzelmarker oder Panel?

Das hängt an der klinischen Frage und am verfügbaren Material. Rufen Sie an, wir klären es vor der Einsendung.